Aktuelle Projekte - Altes Rathaus

Allgemeines

Von 1539 bis 1548 von Baumeister Hans Nopl, Zimmerermeister Hans Stieber und Steinmetz Andreas Falk erbaut, hat das Alte Rathaus im Zentrum der schönen Altstadt Weidens dank einer umfassenden Renovierung zwischen 1914 und 1917 bis heute nichts von seinem historischen Charme eingebüßt. Beeindruckend ist vor allem die Balkendecke im großen Sitzungssaal, eine handwerkliche Arbeit aus dem 16. Jahrhundert.

Eine Besonderheit an der Fassade des Gebäudes ist das klangvolle Glockenspiel in Richtung des Oberen Marktes, das die Weidener seit 1983 musikalisch beglückt. Täglich um 11:35 Uhr und 16:35 Uhr können Sie eine Auswahl an Liedern aus dem insgesamt 24 Werke umfassenden Repertoire hören.

Das Alte Rathaus diente früher nicht nur als Verwaltungsgebäude, sondern stellte den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens in der Stadt dar. Hier fanden auch viele Theater- und Tanzveranstaltungen statt.

Seine Funktion als städtische Verwaltung hat das Alte Rathaus mittlerweile verloren. Trotzdem beruft der Oberbürgermeister den Stadtrat einmal jährlich zu einer Sitzung in den altehrwürdigen Gemäuern ein. In der Passage im Erdgeschoss sind kleine Läden und gastronomische Einrichtungen eingezogen. Zudem finden Sie hier die Tourist-Information der Stadt sowie den Info-Point mit zahlreichen Broschüren zur Stadt Weiden und der Region Oberpfälzer Wald, in denen Sie sich umfassend informieren können.

Obwohl sich das Standesamt im Neuen Rathaus in der Dr.-Pfleger-Str. befindet, wird das historische Ambiente des Alten Rathauses gerne für Trauungen sowie besondere Empfänge genutzt.

 

Dach- und Fassadensanierung des Alten Rathauses

Das Alte Rathaus in Weiden stellt seit über 400 Jahren den zentralen Mittelpunkt der Altstadt von Weiden dar. Nach fast drei Jahren Bauzeit erstrahlt nun das Juwel der Weidener Altstadt wieder in neuem Glanz. In einer feierlichen Feststunde wurde am 10.01.2020 die Fertigstellung der Sanierungsarbeiten in Anwesenheit von Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, Bürgermeister Jens Meyer, Bürgermeister und Bezirkstagsvizepräsidenten Lothar Höher, Mitgliedern des Landtags: Dr. Stephan Ötzinger, Anna Toman und Annette Karl, dem Gebietsreferenten des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege Raimund Karl, Mitgliedern des Stadtrates und weiteren Baubeteiligten gefeiert.

Ausgang für die Sanierung des Alten Rathauses waren herabfallende Dachziegel. Dabei wurde festgestellt, dass die rund 40 Jahre alten Ziegel durch Frosteinwirkung stark beschädigt waren und zu Undichtigkeiten geführt hatten. Diplom-Ingenieur Anton Landgraf vom Amberger Ingenieurbüro ALS hat daraufhin mit seinem Planungsteam den historischen Dachstuhl näher untersucht und es wurde schnell festgestellt, dass immense statische Mängel am Dachstuhl vorhanden waren, welche aus älteren Umbauphasen früherer Generationen herrührten. Eine Generalsanierung des Dachtragwerks war unumgänglich. Durch dendrochronologische Untersuchungen der Universität Bamberg konnte die Entstehungsgeschichte des Rathauses auf die Jahre 1539-42 datiert werden. Der Dachstuhl wurde in einem Zuge errichtet, aber in unterschiedlicher Bauweise ausgeführt. Im westlichen Bereich wurde er als liegender Dachstuhl errichtet, im östlichen Bereich als stehender Dachstuhl. Er stellt somit ein herausragendes Beispiel der Übergangszeit von der gotischen zur barocken Bauweise dar. Ein besonderes Highlight des Dachstuhles ist die eichene Dachkonstruktion des Rathausturmes – eine der ältesten geschweiften Turmhauben in ganz Nordbayern.   

Im Rahmen der von 2016 bis 2019 durchgeführten Sanierungsarbeiten des Dachstuhls wurden die defekten Holzbauteile wieder ergänzt und statisch neu verbunden. Der gesamte Dachstuhl wurde ausgerichtet und mit alten Holzverbindungen die Tragfähigkeit wiederhergestellt. Neben den Zimmererarbeiten am Dachstuhl erhielt das Dach eine neue Dacheindeckung mit gotischen (spitz auslaufenden) Biberschwanzziegeln in „rot“ - entsprechend dem historischen Vorbild. Neben den Verblechungsarbeiten wurden auch die Natursteinelemente und die Gesimse überarbeitet und ergänzt. Die Fassade erhielt einen neuen Gesamtanstrich. Die historischen Malereien und Fassadenelemente wurden instandgesetzt. Die Dachgeschossfenster wurden erneuert und die vorhandenen historischen Holzfenster in den Untergeschossen überarbeitet. Derzeit wird noch die restauratorische Überarbeitung der historisch besonders wertvollen Kunst-Glasfenster des bekannten Münchener Malers Johann Georg Köllnsperger (1874 - 1932) durchgeführt, welche bei der letzten großen Umbaumaßnahme um 1916 hinzugekommen waren. Im Zuge der Dach- und Fassadensanierung wurde auch das bekannte Glockenspiel saniert und die Elektrik und der Brandschutz im Dachgeschoss erneuert. An der Umbaumaßnahme waren über 20 regionale und überregionale Firmen beteiligt.
Letztlich wurde auch noch ein neuer, tragfähiger Storchenhorst geschaffen, der hoffentlich bald auch wieder von den Weidener Störchen bezogen wird.  

Die Gesamtkosten der Maßnahme beliefen sich auf rd. 1,6 Mio. Euro. Die Maßnahme wurde zu ca. 55% von Bund, Land und Bezirk gefördert, insbesondere über den Entschädigungsfonds des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege. Durch diese Investition wird den Weidener Bürgern und Besuchern der Stadt ein markantes Wahrzeichen und prägendes Stück Weidener Stadtgeschichte auch für die nächsten Jahrhunderte erhalten bleiben. 

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