Nachbarschaftslärm

Geräusche, die durch Privatpersonen in der Nachbarschaft hervorgerufen werden und störend oder belästigend wirken, werden als Nachbarschaftslärm bezeichnet. Hierzu gehören z. B. zu laut eingestellte Fernseher, eine Party, Heimwerkerarbeiten in der Wohnung oder im Garten oder auch der Betrieb von Fahrzeugen auf privatem Gelände.

Für eine Belästigung durch Nachbarschaftslärm ist es häufig entscheidend, ob Sie den Grund des Lärms kennen und sich hierüber informiert fühlen: Wurde die Party zum Beispiel vorher im Hausflur angekündigt oder wurden Sie über die Bauarbeiten informiert? Auch das nachbarschaftliche Verhältnis kann entscheiden, ob ein Geräusch überhaupt als Lärm wahrgenommen wird. Sprechen Sie gegebenenfalls mit anderen Nachbarinnen und Nachbarn, ob diese sich auch gestört fühlen. Liegt eine Belästigung oder Störung vor, sollte der Verursacher oder die Verursacherin immer der erste Kontakt sein. Sie können sich auch an den Vermieter/die Vermieterin oder die Hausverwaltung wenden.

Häufig lässt sich der Stein des Anstoßes durch ein Gespräch beseitigen oder wenigstens ein vernünftiger Kompromiss erreichen. Andernfalls kann die Einschaltung eines Anwalts angebracht sein. Die §§ 906 und 1004 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) bieten eine Handhabe für Ansprüche vor dem Zivilgericht.

Wenn die Allgemeinheit oder mehrere Nachbarn erheblich belästigt werden, ist ein weiterer Ansprechpartner das Umweltamt der Stadt Weiden i.d.OPf.

Bei nächtlichen Ruhestörungen kann im Einzelfall die Polizei zu Hilfe gerufen werden, die dann im eigenen Ermessen die notwendigen Maßnahmen trifft. Möglicherweise liegt eine Ordnungswidrigkeit vor. Im Ordnungswidrigkeitengesetz § 117 - Unzulässiger Lärm - heißt es dazu: "Ordnungswidrig handelt, wer ohne berechtigten Anlass oder in einem unzulässigen oder nach den Umständen vermeidbaren Ausmaß Lärm erregt, der geeignet ist, die Allgemeinheit oder die Nachbarschaft erheblich zu belästigen oder die Gesundheit eines anderen zu schädigen."

Nützliche Informationen zum Nachbarschaftsrecht enthalten die Broschüren des Bayerischen Justizministeriums:

  • "Rund um die Gartengrenze" und
  • "Schlichten ist besser als Prozessieren".

Sie finden sie kostenlos im Publikationsshop der Bayerischen Staatsregierung im Internet: Publikationsshop der Bayerischen Staatsregierung (www.bestellen.bayern.de).

(Stand Juli 2017)