Die Kompostierung im eigenen Garten

Gartenabfallmengen steigen - die Kosten leider auch!
Seit 1988 hat sich der Gartenabfall aus Weidener Privatgärten mehr als verdreifacht. Von 1.718 t im Jahr 1988 auf 5.210 t im Jahr 2017.
Lösungsvorschlag: Vor allem in den Großgärten, muss die Eigenkompostierung wieder vermehrt durchgeführt werden. Nur so, können weitere Kostensteigerungen vermieden werden.

Vorteile der Eigenkompostierung

Kompost ist ein wertvoller Dünger und Bodenverbesserer. Duch ihn kann auf Kunstdünger verzichtet werden. Kompost gibt den Pflanzen Widerstandskraft gegen Schädlinge.

Kompost

Zum Kompostieren geeignet:
- Salat-, Gemüse- und Obstreste (vor dem Anmachen)
- Tee mit Beutel oder Filter, Kaffeesatz mit Filter
- Laub, Zweige, Grasschnitt, Schnittblumen, Topfpflanzen,
  Stroh
- Holzwolle, Holzhäcksel, Sägemehl von unbelasteten Holz
- Schalen von Südfrüchten (hausübliche Mengen)
- Eierkartons, Küchenpapiere (Knüll- und Wischpapiere)

Nicht Kompostieren (ungeeignet!)
- Gekochte Essenreste, Teigwaren, Fleisch, Fisch,
  Knochen
- Schalen von rohen Eiern
- Kleintierstreu, Windeln, Zigarettenreste
- Befallene oder Kranke Pflanzen
- Imprägnierte Hölzern
- Holz- und Kohlenasche, Grillkohlen, Staubsaugerbeutel,
  Kehricht
- Speisefette/-öle (Wertstoffhof,
  Vohenstraußer Straße 12)

Komposter
Wie und wo kompostieren?
Komposthaufen / offener Komposter Thermokomposter
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Auf natürlichem, gelockertem Boden im Schatten anlegen, nicht in einer Mulde anlegen, auf gute Belüftung achten.

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Auch auf gelockertem Boden aufstellen, aber an einem sonnigen Platz, von Frühjahr bis Herbst Belüftung öffnen, frische Erde oder Kompost als Starter dazugeben.

- Materialien gut mischen, auch größere Abfälle. (Zweige, Häcksel, Rosenschnitt) dazugeben. - Auf gute Mischung der Materialien achten, nicht zu viel feines (meist sehr nasses) Material dazugeben.
- Trockene und feuchte Abfälle vermischen. - Auf Sauerstoffzufuhr achten, ab und zu das Material im Behälter auflockern.
- Bei langer Trockenheit Komposthaufen ab und zu gießen, evtl. mit Oberboden abdecken und bepflanzen! - Inhalt nicht zu feucht, aber auch nicht zu trocken werden lassen, normale Bodenfeuchtigkeit genügt.
- Nicht zu viel Rasenschnitt auf einmal aufsetzen, evtl. vorher trocknen, mit Erde mischen. - Geringe Mengen fertigen Kompost aus seitlichen Schieber entnehmen.
- Kompost 1 - 2 mal umsetzen (Herbst/Frühjahr) - Bei Entnahme von größeren Mengen, z. B. beim Umsetzen, Zylinder anheben.
- Nach dem Umsetzen einen zweiten Komposthaufen für Frischmaterialien ansetzen.    

Kompost - Zuschlagstoffe?
Das Impfen mit reifem Kompost fördert den Rotteprozess. Kalk fördert ebenfalls den Verrottungsvorgang und mindert die Geruchsbildung (ca. 1kg/m³ Kompost). Andere Zuschlagstoffe sind nicht notwendig.

Problem Maßnahmen  
Sickerwasser Kompost vor Niederschlag schützen  
Nasser Kompost Wasserhaltige, krautige Abfälle mit trockenem Material mischen; Kompost abdecken, auf Verdunstungsmöglichkeit im Behälter achten; Selbsterhitzung des Komposts fördern Zuschlagstoffe
Trockener Kompost Kompost umsetzen und dabei anfeuchten bzw. feuchte Abfälle zumischen
Unangenehmer Geruch Krautige Abfälle mit ausreichend Strukturmaterial mischen; Kompost mit Erde abdecken  
Kalter Kompost Kompost umsetzen und im Verhältnis 1:1 frischen Grasschnitt zumischen  
Unkraut Samengetragenes Unkraut und Wurzelkraut nicht kompostieren; Kompost abdecken, Selbsterhitzung des Kompost fördern  
Ratten Keine Essenreste kompostieren; allseitig geschlossene Behälter verwenden  
Fliegen Küchenabfälle mit Erde abdecken oder in tiefere Kompostlagen einmischen Kompostieren will gelernt sein
Krankheitskeime Kein befallenes Pflanzenmaterial, keine möglicherweise kontaminierten Nahrungsmittelreste, keine Kleintierstreu kompostieren

 

Wann ist der Kompost fertig Anwendungsempfehlungen
- Die Kompostierung ist ein biologischer Vorgang. Kleinstlebewesen und Mikroorganismen bewirken die Umwandlung der Abfälle. Grundsätzlich kann Kompost im ganzen Garten ausgebracht werden.
- Die Aktivität der Organismen und damit die Dauer der Rotte sind von Temperatur und Feuchte, Menge und Art der kompostierten Materialien abhängig. - Gemüsebeete, Kartoffeln, Kohl, Lauch, Fruchtgemüse wie Tomate, Gurke u. a. 4 - 6 l Kompost/m² und Jahr
- Grundsätzlich sollte Kompost nicht zu lange lagern, da sonst Nährstoffverluste entstehen. - Möhren, Zwiebeln, Salat, Spinat, Rote Beete, Rettich, Sellerie, 2 - 3l Kompost/m² und Jahr
  Mistbeet - Blumenkasten
- Frischkompost (je nach Ausgangsmaterial) kann bereits nach
3 - 4 Wochen als Mulch ausgebracht werden.
- Bohnen, Erbsen, Kräuter,
1 - 2 l Kompost/m² und Jahr
- Reifen Kompost erhält man nach ca.
ein bis zwei Jahren. Er riecht angenehm erdig und ist im Gegenteil zu frischem Kompost zum Einarbeiten und für empflindliche Pflanzen geeignet.
- Obstbäume, Sträucher, Ziergehölze, Erdbeeren,
1 - 3l Kompost/m² und Jahr
  Wurm - Rasenflächen, 1 - 2l Kompost/m² und Jahr
  - Zierpflanzen, Balkonblumen,
Mischungsverh.
Kompost : Erde = 1 : 3 bis 1 : 4
  - Neuanlagen bis 15 l Kompost/m² und Jahr
  - Pflanzen von Sträuchern
und Bäumen,
Mischungsverh.
Kompost : Erde = 1 : 4
  Gras und Laub, unmittelbar als Mulchschicht ausgebracht (5 - 10 cm hoch), ist platz- und arbeitssparender als die Kompostierung


Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Stadtgärtnerei Tel.: 09 61 / 3 90 19 - 31.