Gruftkapelle derer von Sazenhofen

Neugotischer Backsteinbau mit Werkstein, 1863; mit Ausstattung; auf dem Burgstallhügel.

Kreuzwegstation

Granitbildstöcke in verschiedenen Formen mit Gusseisenreliefs, Ende 19. Jh.; am Weg zur Gruftkapelle.

Burgstallhügel "Keckenburg"

Der Turmhügel von Rothenstadt trug ursprünglich eine Burg. Er ist das älteste "Bauwerk" im Weidener Stadtgebiet. Der ovale, steil geböschte Hügel liegt unmittelbar westlich des heutigen Naabufers. Er wird von einem doppelten Ringgraben mit Zwischenwall umgeben. Seine Basis beträgt 32 x 20 m das Plateau 25 x 10 m. Auf dem Hügel steht jetzt die Gruftkapelle.

Lageplan Keckenhof

Burgstall von Rothenstadt - Keckenhügel Zeichnung: Gerhard Zückert

Von Pirk nach Rothenstadt kommend, sieht man am Ende der Brücke unmittelbar an der Naab eine Kapelle, auf der linken Seite, auf einem bewaldeten kleinen Hügel.

Nicht diese, in den Jahren 1863/65 erbaute Gruftkapelle der Familie von Sazenhofen ist aber das bedeutende geschichtliche Denkmal, sondern die wesentlich ältere Wallanlage, auf der sie steht. Die Oberpfalz ist nicht nur reich an Burgen. Noch weit häufiger finden sich kleinere Verteidigungsanlagen, die früher meist als Burgställe bezeichnet wurden, heute aber richtiger Turmhügel genannt werden. Allein im Stadtgebiet werden 6 derartige Wallanlagen in der Bodendenkmalliste geführt. Im Landkreis Neustadt wurden über dreißig solcher Befestigungsanlagen entdeckt.

Das größte und am besten erhaltene Erdwerk dieser Art liegt in Rothenstadt und ist von je zwei Gräben und Wällen umzogen, welche gegen die unmittelbar benachbarte Naab und den Keckenhof zu auslaufen. Die Abmessungen des zentralen Erdkörpers sind recht beachtlich. Mit rund 250 m² Fläche des zentralen Plateaus übertrifft sie sogar die erste Anlage der Flossenbürg, den Raum innerhalb des Hohen Mantels.

Ausgehend von der Besiedelung des Naabbeckens um das Jahr 1000, legten die Markgrafen zum Schutz der sich ansiedelnden Bevölkerung, aber auch zu deren Überwachung, Befestigungen an. Es waren keine Trutzburgen aus Stein; es musste sich lediglich gegen Bogen und Pfeile verteidigt werden. Auf einem künstlich aufgeschütteten Hügel stand ein Holzturm, geschützt durch ringsumlaufende Holzpalisaden, Wassergräben und Wälle. Durch die direkte Lage am Fluss und im vielfach überschwemmten Gebiet hatte der Turmhügel einen zusätzlichen Schutz.

Dieser Turmhügel beherbergte im 12. und 13. Jh. die salisch-staufischen Reichsdienstmannen der "Rotenstader".

Im Jahre 1269 wird auch das Dorf Rothenstadt erstmals beschrieben. In dieser Zeit wird auch die erste Kirche (St. Bartholomäus) in Rothenstadt in der Nähe der Wallanlage erbaut. Zu dem Turmhügel gehört ein Wirtschaftshof (sog. "Keckenhof") der deutlich abseits vom Dorf, zwischen Kirche und Turmhügel liegt. Dem Geschlecht der "Rotenstader" folgten vom 14. bis Mitte des 16. Jh. "die Waldauer", bzw. "die Zenger" und "die Dreswitzer", dann die "Fuchs von Wallenburg" und schließlich, von 1602 bis 1903, die "von Sazenhofen".

Im Jahre 1860 beschloss die Familie von Sazenhofen, welche das Schloss in Rothenstadt seit 1602 besaß, auf dem sog. "Keckenberg" an der Naab eine Gruftkapelle zu errichten. Unter Führung von Freifrau Caroline von Sazenhofen, geb. de Lasalle-Luisenthal, wurde bis zum Jahre 1865 eine kleine neugotische Kapelle inmitten eines kleinen Parks erbaut. Am 16. Mai 1866 nahm Pfarrer Zintl die Benediktion der Kapelle in "honorem B. Maria" vor. Von der Straße zur Kapelle ziert den Weg bald ein beachtenswerter Kreuzweg, der am 7. November 1876 geweiht wurde.

Insgesamt beherbergt die Gruftkapelle zwölf "von Sazenhofen" oder deren Familienangehörige; unter anderem auch "Eduard Wilhelm Camillus von Sazenhofen, bay. Rittmeister a. D., den letzten Patronatsherrn auf Schloss Rothenstadt" (gen. "Rosenkranzbaron"). Dieser hat im Mai 1893 die Baupläne für die kath. Pfarrkirche St. Marien eingereicht.

M. Rudnik

GruftkapelleKeckenhofGruftkapelleKeckenburgKreuzwegstation

Auszug aus der Denkmalliste:
Gruftkapelle "derer von Sazenhofen" auf einer Burgstallanlage / Rothenstadt
Ein Dreifach-Denkmal