Wilhelm Vierling wurde am 3. März 1885 als jüngstes von sieben Kindern des Marienapothekers Heinrich Vierling und dessen Ehefrau Wilhelmine, Tochter des Rentamtmanns Lindner aus Mallersdorf, geboren.

Der Bruder von Heinrich Vierling, Albert, war Oberstlandesgerichtsrat und stiftete 1896 eine Gewerbemustersammlung, die den Grundstock des Weidener Stadtmuseums bildete. Der Vater der beiden, der Apotheker Jakob Vierling, war lange Jahre Bürgermeister der Stadt und Abgeordneter im Bayerischen Landtag. Zusammen mit seinem Schwager, dem bayerischen Handelsminister Gustav von Schlör, gelang ihm die Anbindung Weidens an die Haupteisenbahnlinie München Berlin, die den wirtschaftlichen Aufschwung begründete.

Wilhelm Vierling kam nach der Schulzeit in Weiden und in Landshut und einer handwerklichen Malerausbildung an die Akademie der Schönen Künste in München und war hier unter anderem auch Schüler von Professor Feuerstein. Bereits im Jahr 1914 wurde ihm der Akademiepreis verliehen.

1911 hatte er Therese Götz geheiratet, die ihm als treue Gefährtin auch bei seiner Arbeit zur Seite stand.

In den katholischen Kirchen Weidens, die mit Ausnahme von St. Sebastian alle im 20. Jahrhundert entstanden, war Wilhelm Vierling vor allem schöpferisch tätig.

Jahrelang wirkte er bei der Innenausstattung der Josefskirche mit und führte den Freskenzyklus nach den Entwürfen von Franz Hofstötter aus. Die künstlerische Gestaltung blieb ihm überlassen. Die Skulpturengruppe des “David und Goliath“ ist ein eigenständiges Werk Vierlings, der ja akademischer Maler und Bildhauer war.

Die Altötting-Kapelle in der Kirche St. Konrad, die Unterkirche der Herz-Jesu-Kirche und die Kirche Maria Waldrast enthalten noch Zeugnisse des Vierling‘schen Schaffens, wobei zu bedauern ist, dass in der neuen Kirche Maria Waldrast die Muttergottes-Statue und das Gemälde der Muttergottes auf ihrer Rast im Walde aus der alten Kirche nicht mehr zur Aufstellung kamen. Letzteres befindet sich nun im Stadtmuseum.
In St. Sebastian, dem eine besondere Fürsorge galt, befindet sich noch das Altarbild von der Hand des Künstlers.
Aber nicht nur in Weiden, sondern auch in den Kirchen der Umgebung, so in Störnstein, Püchersreuth, Neunkirchen St. Christoph und in Oberviechtach war Vierling als Künstler sowie als Restaurator und Vergolder tätig.
Für das Stadtmuseum restaurierte er viele wertvolle Kunstgegenstände und erhielt sie so für die Besucher von heute.
Im übrigen setzte Wilhelm Vierling dem Museum gegenüber die Großzügigkeit seiner Familie fort: hatte die Albert-und-Katherina–Vierling-Stiftung‘ seines Onkels und seiner Tante die Grundlage für die Museumsbestände geschaffen, so ergänzte er diese mit Schenkungen von Kunstgegenständen aus seinem Besitz und von Kunstwerken von seiner Hand.
Zu den schönsten Werken Vierlings gehört die Darstellung der Eisenverarbeitung auf dem Waffenhammer Wildenau bei Plößberg, die ihren Platz im Stadtmuseum gefunden hat, ebenso wie seine eindrucksvolle Darstellung der Ölbergszene. Dieses fast lebensgroße, aus Lindenholz geschnitzte Relief, legt Zeugnis ab von der großen künstlerischen Begabung Wilhelm Vierlings.
Gleichermaßen beeindruckend ist das Mahnmal für die Vermissten des Krieges, angebracht an der Westseite des Kulturzentrums Hans Bauer.
Auch auf dem Stadtfriedhof finden sich bildhauerische Werke, besondere Beachtung verdient hierbei das Monumentalwerk des Priestergrabes.
Wilhelm Vierling starb am 13. September 1974.

Bild von Wilhelm VierlingBild von Wilhelm VierlingBild von Wilhelm VierlingBild von Wilhelm VierlingBild von Wilhelm Vierling