Friedrich Roscher wurde am 22. Februar 1890 in Nürnberg geboren.

Im Jahr 1898 ließen sich seine Eltern, der Malermeister Georg Roscher und seine Ehefrau Rosina Margarete, geb. Göß, in Weiden nieder und begründeten hier ein Spezialgeschäft für Farben und Lacke.

Schon im Alter von acht Jahren begann Friedrich Roscher zu malen.

Ab 1906 besuchte er die Kunstgewerbeschule in Nürnberg, obwohl seine Mutter gebetet hatte, er möge die Aufnahmeprüfung nicht bestehen, da sie gehört hatte, dass im Raum München 4 000 Künstler ein Hungerleben führten. Der Vater hingegen hatte gewünscht, dass der Sohn in seine Firma einträte.

Von 1907 bis 1909 war Friedrich Roscher Schüler an der Malschule in München und ab 1910 Student an der dortigen Kunstakademie.

Es folgten Studienaufenthalte in Florenz, Rom und Paris.

In Holland malte er Königin Wilhelmina, in München die Goldene Hochzeit des bayerischen Königspaares Ludwig III. und Therese.

Bevor Friedrich Roscher 1925 Europa für immer verließ, weilte er in Berlin, London, Dresden, Hamburg, Leipzig, Venedig, Palermo, Genua, Sao Paula, New York, Rio de Janeiro, Philadelphia, Washington, auf den Azoren, auf Madeira, den Westindischen Inseln und Gibraltar.

Wegen der großen Wohnungsnot nach dem 1. Weltkrieg hatte ihm der Wohnungsausschuss der Stadt Weiden den Zuzug in sein Elternhaus verwehrt. Auf seiner Fahrt über den englischen Kanal schrieb er am 25. Juli 1925 darüber einen offenen Brief “An die Herren des Wohnungsamtes in Weiden“, der in der Weidener Tageszeitung veröffentlicht wurde und der mit den Worten schließt: “Ach, es ist ja so schön in der Heimat“.

Zu den vielen Persönlichkeiten, die Friedrich Roscher in seinem Leben portraitierte, gehörte auch Seine Heiligkeit Papst Bendikt XV. Dieser entließ ihn mit den Worten: “Es segne Dich und Deine Werke der allmächtige Gott“.

Im Jahr 1926 kaufte Friedrich Roscher ein großes Grundstück in Pennsylvania.

In den Dreißiger Jahren ließ er sein Wohnhaus in Boyertown in einen schlossartigen Bau umwandeln und stellte seine Portraits in diesem sogenannten “Roscher-Schloß“ aus.

Er verabscheute das Wort “nice“ als Kommentar zu seinen Bildern. Zu einem Besucher seiner Galerie sagte er einmal, seine Bilder seien vielleicht schön, oder wunderbar, aber niemals “nett“.

Friedrich Roscher war auch ein anerkannter Wissenschaftler Volkswirt und Erfinder. Ein Schiffsmodell von ihm wurde patentiert.

Ab dem Jahr 1938 verlebte er die Wintermonate in seinem Studio in West Palm Beach, wo er am 2. Mai 1968 starb. Im Stadtmuseum Weiden befinden sich sein Gemälde “Abraham opfert seinen Sohn Isaak“ und die Portraits des Ehepaars Rudolf und Franziska, genannt Fanny, Aichinger.

Im großen Saal des Alten Rathauses ist sein Portrait von Bürgermeister Georg Knorr zu bewundern, im kleinen Saal die Darstellungen von König Ludwig III. von Bayern und seiner Gemahlin, Königin Therese.

Bild von Friedrich Roscher