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Fachberatungsstellen/Notrufe; Beantragung einer Förderung

Der Freistaat Bayern gewährt Zuschüsse zur Förderung von Fachberatungsstellen/Notrufen bei physischer, psychischer und/oder sexualisierter Gewalt.

Zweck

Für von physischer, psychischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder und von sexualisierter Gewalt betroffene Kinder und Jugendliche ist ein Beratungsangebot erforderlich, das die erlebte Gewaltsituation auffängt und umfassende Hilfe gewährt. Diese Beratung wird durch Fachberatungsstellen/Notrufe geleistet. Sie informieren über die erforderlichen ärztlichen Untersuchungen, den Ablauf des Strafverfahrens und die Möglichkeiten der anwaltschaftlichen Hilfe. Auf Wunsch begleiten die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Fachberatungsstellen/Notrufe die Frau/das Kind/den bzw. die Jugendliche(n) zur Polizei, zur ärztlichen Untersuchung oder zur anwaltschaftlichen Beratung.

Zweck der Förderung ist es, durch staatliche Zuwendungen ein flächendeckendes Angebot zur Beratung und Hilfe für misshandelte Frauen und Kinder zu unterstützen.

Gegenstand

Fachberatungsstellen/Notrufe, die von physischer, psyschischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder und von sexualisierter Gewalt betroffene Kinder und Jugendliche beraten, erhalten eine Förderung zur Wahrnehmung der in Nr. 2.4.1 der Richtlinie beschriebenen Aufgaben.

Zuwendungsempfänger

Antrags- und zuwendungsberechtigt sind die Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege oder Träger von Fachberatungsstellen/Notrufen, die Mitglied eines Spitzenverbandes sind.

Zuwendungsfähige Ausgaben

Gefördert werden die Personalausgaben für notwendige Fachkräfte für die Beratung der Frauen und Kinder oder die Kosten für Fortbildung, Supervision und Öffentlichkeitsarbeit. Zusätzlich gefördert werden Personalausgaben für die Aufgabenbereiche Prävention,  Geschäftsführung/Leitung und Verwaltung; für die Präventionsarbeit können auch Honorarkräfte gefördert werden bzw. bei der Verwaltung ist auch eine zugekaufte Dienstleistung zuwendungsfähig. Bei Vorhaltung einer Außenstelle sind Personal- und Sachausgaben zuwendungsfähig.

Art und Höhe

Die staatliche Zuwendung wird im Rahmen einer Projektförderung als Festbetragsfinanzierung gewährt.

Die Zuwendung beträgt bei Personalkostenförderung 82.450 € jährlich, maximal jedoch 50 v. H. der tatsächlichen Personal- und Sachausgaben. Die Zuwendung beträgt bei der Sachkostenförderung maximal 2.320 Euro jährlich. Dabei sind im Rahmen von Fortbildungsmaßnahmen oder Supervision Honorarkosten von maximal 80 Euro je Stunde zuwendungsfähig. Für auswärtige Fortbildungsmaßnahmen sind bis zu 40 Euro pro Tag und Person für Verpflegung und Unterkunft zuwendungsfähig.
Die Aufgabenbereiche Prävention, Geschäftsführung/Leitung und Verwaltung können in jedem Fall mit max. 20.110 € jährlich gefördert werden.

Jede personalkostengeförderte Fachberatungsstelle/Notruf muss für die Beratung der Frauen und Kinder zwei Fachkraftstellen oder entsprechend viele Teilzeitkräfte, die durch Jobsharing die ganztägige Besetzung der Fachberatungsstelle/des Notrufs gewährleisten, vorhalten; zusätzlich muss Fachpersonal für die Aufgabenbereiche Prävention, Leitung/Geschäftsführung und Verwaltung vorhalten werden; in den Aufgabenbereichen Prävention und Verwaltung können alternativ auch Honorarkräfte beschäftigt werden; im Aufgabenbereich Verwaltung kann die Leistung auch von einem externen Dienstleister zugekauft werden.

Zuwendungsfähige Fachkräfte für die Beratung der Frauen und Kinder im Sinn dieser Richtlinie sind Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter (z. B. diplomiert bzw. graduiert, BA-Abschluss Soziale Arbeit) sowie Personen mit fachlich vergleichbarer Qualifikation.

Eine staatliche Förderung erfolgt nur, wenn sich mindestens ein Landkreis; eine kreisfreie Stadt oder eine andere Kommune an den Gesamtkosten der Fachberatungsstelle/des Notrufs beteiligt.

Alle Zuwendungsvoraussetzungen finden Sie in der Richtlinie für die Förderung von Frauenhäusern, Notrufen/Fachberatungsstellen und angegliederten Interventionsstellen in Bayern (siehe unter "Rechtsgrundlagen").

Der schriftliche Antrag ist bei der Regierung von Mittelfranken einzureichen.

Die erstmalige Aufnahme in die staatliche Förderung beantragt der Träger der Fachberatungsstelle/des Notrufes unter Vorlage der Stellungnahmen der mitfinanzierenden Kommunen zum Bedarf bei der Bewilligungsbehörde. Diese leitet die Antragsunterlagen dem Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales zu. Diese entscheidet über die Aufnahme in das staatliche Förderprogramm.

Der Antrag ist schriftlich unter Verwendung der bei der Regierung von Mittelfranken (Bewilligungsbehörde) erhältlichen Vordrucke bis zum 1. Dezember des Jahres vor Beginn des Bewilligungszeitraumes dort einzureichen.

Für die Erfüllung des nach Nr. 2.4 vorzuhaltenden Personals gilt eine Übergangsfrist. Solange dieses Personal während der Übergangsfrist nicht oder nur teilweise erfüllt wird, erfolgt die staatliche Förderung nach Nr. 2.5.3.1.2 und 2.5.3.1.3 der Richtlinie.

Der Antrag ist bis zum 1. Dezember des Jahres vor Beginn des Bewilligungszeitraumes einzureichen.

Erforderliche Unterlagen

  • Ausgaben- und Finanzierungsplan
  • bei Personalkostenförderung: Übersicht über die Personalkosten und ggf. Sachkosten für die Honorarkräfte und Verwaltung
  • bei Sachkostenförderung: ggf. Übersicht über d. Personalkosten für d. Aufgabenbereiche Prävention, Geschäftsführung/Leitung u. Verwaltung; alt. Übersicht über d. Sachkosten für Honorarkräfte u.externe Dienstleister
  • Kostenzusagen der Kommunen im Einzugsbereich und sonstiger Zuwendungsgeber (bei Erstantrag)
  • Vereinssatzung, Gesellschaftsvertrag oder entsprechende Verträge (bei Erstantrag oder Änderungen)
  • Projektbeschreibung bzw. Konzept (bei Erstantrag oder Änderungen)

Rechtsgrundlagen

Formulare

Verantwortliche Behörde
Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales (siehe BayernPortal)

weitere Informationen zu dieser Leistung im Bayernportal

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