Figürliches Gefäß, Moche - Kultur, 100 v. Chr. - 600 n. Chr

Dauerausstellung/ Ständige Ausstellungen im Keramikmuseum Weiden

Freitag, 01.01.2021 bis
Mittwoch, 31.08.2022

Ort: Internationales Keramik-Museum
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Keramik aus Lateinamerika und Asien: Peru – Thailand – Pakistan

28.06.2007 bis Sommer 2022

Aus den reiche Beständen des Museums Fünf Kontinente München zeigt das Internationale Keramikmuseum Weiden eine Auswahl an qualitätvollen Keramiken aus Lateinamerika und Asien. Es zeigt damit die Vielfalt dieser faszinierenden Kunst: je nach Herkunft und Alter sind die Objekte in unterschiedlicher Weise hergestellt, stammen aus unterschiedlichen Kontexten und zeigen eine jeweils andere Oberflächenbehandlung.

Die Keramik aus dem Alten Peru stammt aus der Vor-Inkazeit. Es handelt sich um archäologische Zeugnisse, die als Grabbeigaben die Bestatteten in eine jenseitige Welt begleiten sollten. Die ältesten vorgestellten Kulturen sind die der Moche und Nazca an der nördlichen bzw. südlichen Küste Perus. Sie existierten zwischen 100 v.Chr. und 600 n.Chr. Die Moche-Keramik zeichnet sich durch realistisch geformte Figuren und Darstellungen aus, während die die der Nazca durch ihre farbintensive Bemalung meist mythischen Inhaltes besticht. Die Chancay-Kultur siedelte von 1000 bis 1450 n.Chr. an der zentralen Küste, die der Ica zur gleichen Zeit an der südlichen Küste. Die Chancay stellten eine ausdrucksstarke Keramik mit grob wirkender Oberfläche her, während die Ica ihre Gefäße mit feinen Mustern bemalten. Zwei Amphoren stammen aus der Tuncahuán-Kultur Nordecuadors. Sie sind mehr als tausend Jahre alt, vergleichsweise jung zu den bis ins vierte Jahrtausend zurückreichenden Keramikfunden Ecuadors.

Farbenfroh sind Beispiele glasierter Keramik aus Pakistan, einem Land im Schnittpunkt Süd-, West- und Zentralasiens, das seit jeher eine Drehscheibe der Kulturen darstellt. Erzeugnisse des dortigen Töpferhandwerks sind in europäischen Museen äußerst selten zu sehen. Die ausgewählten Gefäße aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert spiegeln bis heute lebendige Traditionen dekorativer Keramik und Gebrauchstöpferei. Mit Blüten und Ranken bemalte Vasen, Schalen und Teller aus der Stadt Multan im "Fünfstromland" erscheinen vornehmlich in Kobaltblau, Weiß und Türkis. Diese prächtig verzierten Stücke waren besonders in der Kolonialzeit beliebt. In der bäuerlich geprägten Region um Peschawar, nahe der Grenze zu Afghanistan, sind bis heute Töpfereiprodukte in Gebrauch, die sich durch warme und sinnliche Farben auszeichnen. Die Erzeugnisse reichen von Vorratsbehältern, Tellern und Wasserpfeifengefäßen bis zu Öllämpchen und Näpfchen für Vogelkäfige.

Ban Chiang ist ein kleines Dorf im Nordosten Thailands. In den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts entdeckte man dort eine große Anzahl von Tonscherben, die zum Teil Rötelbemalung aufwiesen. Untersuchungen mit der Termoluminiszenz-Methode ergaben ein Höchstalter von ca. 5000 Jahren. Keramik wurde neben dem alltäglichen Gebrauch vor allem als Grabbeigabe verwendet. Dabei zerschlug man wahrscheinlich aus rituellen Gründen die meisten Gefäße über dem offenen Grab, so dass nur wenig intakte Gefäße erhalten geblieben sind. Die frühesten Gefäße waren aus rotem Ton gebrannt und mit eingedrücktem Schnurdekor verziert. Später kamen eingeritzte Muster und schließlich mit roter Farbe aufgemalte spiralförmige Verzierungen hinzu. Auffallend ist die breite Formenvielfalt, die von der einfachen Schale über den graziösen Becher bis zum großvolumigen Vorratsgefäß reicht. Etwa 200 n. Chr. verschwand die Ban Chiang Kultur wieder, ohne dass wir bis heute den Grund dafür wissen.

Öffnungszeiten: Di - So und an Feiertagen 11:00 - 17:00 Uhr. Mo geschlossen.

©Museum Fünf Kontinente München, Foto: Marietta Weidner, Figürliches Gefäß, Moche – Kultur, Peru, Nördliche Küste, 100 v. Chr. – 600 n. Chr

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