Gefäß in Form eines weiblichen Idols

© Archäologische Staatssammlung München / Manfred Eberlein

Dauerausstellung/ ständige Ausstellung im Keramikmuseum

Donnerstag, 22.09.2022 bis
Samstag, 30.12.2023

Ort: Internationales Keramik-Museum
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Keramik des Vorderen Orients und des Mittelmeerraumes

Da die Kulturentwicklung nicht isoliert innerhalb der heutigen politischen Grenzen unseres Landes gesehen werden kann, wurden schon seit der Gründung des Museums auch Objekte aufgenommen, welche die Verbindungen zu den Nachbarkulturen aufzeigen. Daraus entstand eine eigene Abteilung, die 1973 offiziell eingerichtet wurde und das Mittelmeergebiet und den Vorderen Orient von der Steinzeit bis in die byzantinische Zeit umfasst, da gerade von diesen Regionen immer wieder ganz wesentliche Anregungen auf das heutige bayerische Gebiet ausgingen. […]

Aus den überaus reichen Beständen der Archäologischen Staatssammlung stammen die zahlreichen keramischen Erzeugnisse, die im Internationalen Keramikmuseum ausgestellt werden und technische wie künstlerische Entwicklungen ebenso wie vielfältige andere Möglichkeiten der Arbeit mit Lehm und Ton zeigen.

Die Abteilung "Keramik des Vorderen Orients und des Mittelmeerraumes" bietet nicht nur einen Überblick über ca. 4000 Jahre der Gestaltung von Tongefäßen, sondern dokumentiert zudem mit etwa 220 Objekten, wie Ton und Lehm in diesen Regionen Verwendung fanden. Keramik ist für die Archäologie das häufigste und aussagekräftigste Fundgut, auch wenn Tonobjekte leicht zerbrechlich sind. Sie kann Jahrtausende überdauernd und ist – wenn auch meist in Scherben – praktisch unzerstörbar.

Die Herstellung von Gefäßen aus Ton gehörte mit zu den wichtigsten Erfindungen des Neolithikums (Jungsteinzeit) und erfolgte zuerst im Vorderen Orient im 7. Jahrtausend v. Chr. […] Ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. entwickelte sich eine fabrikmäßige Massenproduktion, indem man mit Negativformen arbeitete.

Schon früh brachten einzelne Landschaften spezielle Formen und Dekorationsarten hervor, auf die in der Ausstellung mit charakteristischen Beispielen Bezug genommen wird. […]

Aber auch andere Verwendungsmöglichkeiten von Ton und Lehm gibt es: Ton diente als Schriftträger, wobei die Entwicklung der im Zweistromland gebräuchlicher Keilschrift unmittelbar mit dem weichen feuchten Tones zusammenhängt. – Lehm wurde in vielen Ländern des Vorderen Orients mangels anderer Baumaterialien für alle Bauwerke verwendet. – Nicht zuletzt finden sich seit frühesten Zeiten figürliche Plastiken aus Ton, u. a. menschengestaltige Figuren, Tiere oder Miniaturgegenstände – Zeugnisse der künstlerischen Fähigkeiten ihrer Herstelle. […]

 

Öffnungszeiten: Di - So und an Feiertagen 11:00 - 17:00 Uhr. Mo geschlossen, außer Feiertag.

© Bild: Gefäß in Form eines weiblichen Idols, Nordwest-Iran, Ton. 10. Jahrhundert v.Chr., Manfred Eberlein, Archäologische Staatssammlung München

© Text: Original: Dr. Gisela Zahlhaas, bearbeitet IKM Weiden

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