Stadtökologischer Lehrpfad - Station Nr. 12
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| Wo Bäume leben, kann auch der Mensch leben.
Anonymus |
Die Pflege der Fläche beschränkt sich hauptsächlich auf das Mähen und die Entsorgung des Grünguts - das wird Mitte Juni und Ende August, jedoch spätestens Anfang September durchgeführt. Das herabgefallene Laub verbleibt ausschließlich auf dieser Grünfläche und ist wertvoller Humuslieferant - Voraussetzung für diese artenreiche Flora. Die Zersetzung der Blätter durch die Bodenorganismen ist größtenteils bis Ende Mai abgeschlossen. Die Fläche wird ansonsten nicht gedüngt.
Eine kleine Auswahl der vorhandenen Pflanzenarten:
Giersch (Aegopodium podagraria)
versch. Ehrenpreisarten (Veronica spec.)
versch. Schattengräser
Scharbockskraut (Ranunculus ficaria)
Buschwindröschen (Anemone nemorosa)
Frühlingsanemone (Anemone blanda)
Blumenzwiebeln:
Botanische Krokusse verschiedener Arten
Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)
Botanische Tulpe (Tulipa tarda)
Dichternarzissen (Poeticus-Narzisse “Actaea”)
Hyazinthenähnlicher Blaustern (Hyacinthoides hispanica)
Winterling (Eranthis hyemalis)
Scheinzilla (Puschkinia libanotica)
Schachbrettblume (Fritillaria meleagris)
Hans Gallersdörfer
| Gerade das Schöne der Blumen ist oft völlig zwecklos,
das heißt nicht sinnlos Adolf Portmann |
Ohne Boden - bodenlos
" Es gibt in der ganzen Natur keinen wichtigeren, keinen der Betrachtung
würdigeren Gegenstand, als den BODEN!" (Frederic Albert Fallou,
1862) - "Eine Nation, die ihren Boden zerstört, zerstört
sich selbst" - (Zitat, Verf. unbekannt)
Unsere Böden bilden die Lebensgrundlage für den Menschen. Wir siedeln und leben auf den Böden, wir bauen auf ihnen unsere Nahrungsmittel und Futterpflanzen an. Böden reinigen das Wasser (Filterwirkung), und aus ihnen gewinnen wir viele Rohstoffe.
Böden sind wertvoll - wir können und müssen sie schützen!
Viele Menschen glauben, im Boden sei es dunkel und leblos! Dabei enthält
ein Gramm Boden Milliarden von Mikroorganismen, also Bakterien, Pilze
und Einzeller ( Faden- und Regenwürmer, Milben, Asseln, Springschwänze,
Insektenlarven etc.). Hochgerechnet auf einen Hektar ergibt dies ca. 15
Tonnen Lebendgewicht, was etwa 20 Kühen entspricht. Bodenleben ist
nur in Hohlräumen möglich, die mit Wasser und Luft gefüllt
sind (Poren). Deshalb ist Bodenverdichtung, z.B. in der Landwirtschaft
durch Ackerbau, erst recht aber Überbauung und Versiegelung durch
Siedlung und Verkehr für unsere Böden so gefährlich.
Boden und Wasser
Das fast vollständig über den Boden versickernde Regenwasser
ist auch zur Sicherung unserer Trinkwasservorräte von enormer Bedeutung,
denn 65 % unseres Trinkwassers werden in Deutschland aus Grundwasser gewonnen.
Der private Trinkwasserverbrauch liegt in der BRD bei ca. 140 Liter pro
Einwohner und Tag (ohne Gewerbe und Industrie). Dies sind pro Jahr 51.100
Liter je Einwohner. Dafür benötigt jeder Bürger eine 16x16
Meter große unbelastete Bodenfläche. Deshalb stellt die zunehmende
Versiegelung unserer Böden in Deutschland ein echtes Problem dar.
Dazu kommt noch die fortschreitende Verschmutzung durch Schadstoffbelastung
und Überdüngung (auch in Privatgärten!)
Boden und Klima
Böden tragen zu einem ausgeglicheneren Klima bei. Dies geschieht
v. a. durch die Pflanzendecke auf den Böden, die dafür sorgt,
dass die Temperaturen gemäßigt sind . Jeder hat selbst schon
gespürt, dass es an heißen Sommertagen in den versiegelten
Innenstädten erheblich wärmer ist als in einem Park, an einem
Fluss oder in ländlicher Umgebung.
Böden sind wertvoll...
...weil sie Schadstoffe bis zu einem gewissen Grad speichern und abbauen
können.
Die Schadstoffe, die durch den Menschen in die Böden gelangen, können
teilweise zurückgehalten , teilweise auch abgebaut werden. Dabei
helfen häufig auch die im Boden vorhandenen Mikroorganismen. Aber
die Wirkung des Bodens als Filter und Puffer ist begrenzt und darf nicht
überbeansprucht werden.
...weil sie Geschichten erzählen können.
Die heute vorhandenen Böden sind Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende
alt. Je nach Art des Gesteins, des Klimas und des Bewuchses entstanden
unterschiedlichste Böden, die man an der charakteristischen Abfolge
von sog. Bodenhorizonten erkennen kann. Auch der Mensch hat darin viele
Spuren hinterlassen. Böden sind somit Archive der Natur- und Kulturgeschichte.
...weil sie Schätze enthalten.
Der Mensch bediente sich schon immer der Bodenschätze, von Ton, Lehm
und Kies als Baustoffe angefangen, über Erze oder Salze bis hin zu
unseren fossilen Energiestoffen Kohle, Erdöl und Erdgas. Schmucksteine
werden bis heute ebenso genutzt wie Gold und Silber. Heute beginnt ein
Bodenschatz ganz anderer Art zunehmend an Bedeutung zu gewinnen, wenn
wir auch noch ganz am Anfang der Entwicklung stehen: die Erdwärme.
Mit ihr wird in Zukunft ein guter Teil unseres Energiebedarfs gedeckt
werden können.
Die Nutzung der Böden durch den Menschen ist häufig mit folgenschweren Eingriffen in die Böden verbunden. Deshalb müssen die Böden nach den Eingriffen durch den Menschen geschützt werden, z. B. durch Rekultivierungsmaßnahmen. Die Flächen müssen so gestaltet werden, dass sie sich im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung wieder stabilisieren können.
Unsere Böden sind bedroht!
| - | Durch Schadstoffe wie Abfallablagerung, Unfälle, undichte Rohrleitungen, Dünge- und Pflanzenschutzmittel, Luftschadstoffe etc., |
| - | durch Versalzung in wasserarmen Regionen (z.B. Irak, Iran..), |
| - | durch Versauerung: Eintrag von Säuren, wie Stick- und Schwefelsäure durch die Luft (Verkehr, Haushalt, Industrie, Landwirtschaft...), |
| - | durch Arzneimittel, die in den letzten Jahrzehnten in ständig wachsenden Mengen hergestellt und verbraucht werden (v.a. Antibiotika, Hormone...), |
| - | durch Gentechnik, |
| - | durch Klimaänderungen, |
| - | durch Überbauung (BRD: 12% der Landesfläche sind bereits als Siedlungs- und Verkehrsfläche überbaut - täglich kommen 130 Hektar neu hinzu, das entspricht 222 Fußballfeldern), |
| - | durch Bodenerosion, die sowohl als natürlicher Vorgang in der Natur vorkommt (z.B Winderosionen auf vegetationsarmen Böden), als auch durch den Menschen verursacht (zu intensive Bewirtschaftung ackerbaulicher Flächen , Waldrodungen in den Tropen etc.). Weltweit gesehen, stellt Erosion die größte Bedrohung für die Böden dar. |
Bodenschutz braucht viele Helfer! Bodenschutz geht jeden an!
Simone Schaller
Auszug aus: Wissenschaftlicher Beirat Bodenschutz beim Bundesministerium
für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
"Ohne Boden - bodenlos", Dezember 2002
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