Stadtökologischer Lehrpfad – Station Nr. 01
|
||||||
| Die Stadt der Zukunft kommt nicht als ein vorbestimmtes Geschick
über uns, sondern wird von uns selbst zu gestalten und damit
auch zu verantworten sein.
Gerd Albers |
Bis zur Mitte der 1970er Jahre hatte man von hier aus einen ungestörten Blick auf die mittelalterlichen Befestigungsanlagen und Häuser, die hochwasserfrei auf den Niederterrassen der Waldnaab erbaut wurden. Die umliegenden, extensiv genutzten Naabwiesen zeichneten sich durch hohe Grundwasserstände aus. Sie wurden regelmäßig durch die Frühjahrshochwässer überschwemmt und dienten den auf dem alten Rathaus residierenden und bereits 1576 urkundlich benannten Weißstörchen als horstnahe Futtergründe.
Zwischen 1920 und 1955 wuchs die Stadt von 20 000 auf
40 000 Einwohner an. Durch die rasante Entwicklung auch auf dem wirtschaftlichen
Sektor wurde der Druck auf die zentrumsnahen Wiesen immer größer.
Nur wenige Schritte südlich des Oberen Tors und östlich der
Bahnhofstraße gelegen, wurden sie als optimale Ergänzung der
mittelalterlichen Altstadt zwischen den beiden Toren und der nördlich
anschließenden gründerzeitlichen Innenstadt gesehen. Dem ersten
Bau der Realschule folgten rasch weitere Einrichtungen wie der Großparkplatz,
das erwähnte Neue Rathaus und das Naabwiesen-Parkhaus. Von Süden
wurde das neue Stadtgebiet über die Süd-Ost-Tangente erschlossen.
So entstand innerhalb von zwei Jahrzehnten der moderne Teil des Stadtzentrums
von Weiden.
In den Jahren der Bauzeit blieben die Altstadt-Störche aus, seit den 90ern brütet wieder regelmäßig ein Paar auf dem Horst über der Altstadt. Nahrung finden sie in den unbebauten Bereichen der Naabniederung, die seit 1970 unter Landschaftsschutz stehen. Parallel zur baulichen Entwicklung wurden die bestehenden Grünbereiche des Max-Reger-Parks entlang des Stadtmühlbachs und entlang des Flutkanals ausgeweitet. Diese Parkanlagen bilden mit ihren Spielflächen und Ruhezonen und einem hohen Grad an Durchgrünung gleichsam den urbanen Teil des überregionalen Grünzugs der Waldnaabniederung.
Ökologische, soziale und ökonomische Anforderungen gleichberechtigt miteinander zu verknüpfen, wurde 1992 als globales Ziel der sogenannten Agenda 21 formuliert. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit haben sich Staatsoberhäupter aus über 170 Nationen auf ein Aktionsprogramm für Umwelt und Entwicklung verständigt. Die Ressourcen der Erde sollten demnach künftig nur noch so behutsam bewirtschaftet werden, daß sie auch noch den künftigen Generationen Freiraum und Gestaltungsmöglichkeit bieten.
Der Stadtrat von Weiden i. d. OPf. hat 1997 mit der Unterzeichnung der „Charta von Aalborg“ beschlossen, die Stadtentwicklung nach den Zielen der Agenda 21 zu betreiben.
Martin Scheidler
| zurück | Seitenanfang | Rundgang |


![]()



![]()

![]()

![]()

![]()

