|
|
Die Kompostierung im eigenen Garten
Gartenabfallmengen steigen - die Kosten leider auch!
Seit 1988 hat sich der Gartenabfall aus Weidener Privatgärten fast
vervierfacht. Von 1.718 t im Jahr 1988 auf 6.348 t im Jahr 2002.
Lösungsvorschlag: Vor allem in den Großgärten, muss die
Eigenkompostierung wieder vermehrt durchgeführt werden. Nur so, können
weitere Kostensteigerungen vermieden werden.
| Vorteile der Eigenkompostierung Kompost ist
ein wertvoller Dünger und Bodenverbesserer. Duch ihn kann auf
Kunstdünger verzichtet werden. Kompost gibt den Pflanzen Widerstandskraft
gegen Schädlinge. |
 |
Zum Kompostieren geeignet:
- Salat-, Gemüse- und Obstreste (vor dem Anmachen)
- Tee mit Beutel oder Filter, Kaffeesatz mit Filter
- Laub, Zweige, Grasschnitt, Schnittblumen, Topfpflanzen,
Stroh
- Holzwolle, Holzhäcksel, Sägemehl von unbelasteten Holz
- Schalen von Südfrüchten (hausübliche Mengen)
- Eierkartons, Küchenpapiere (Knüll- und Wischpapiere)
Nicht Kompostieren (ungeeignet!)
- Gekochte Essenreste, Teigwaren, Fleisch, Fisch,
Knochen
- Schalen von rohen Eiern
- Kleintierstreu, Windeln, Zigarettenreste
- Befallene oder Kranke Pflanzen
- Imprägnierte Hölzern
- Holz- und Kohlenasche, Grillkohlen, Staubsaugerbeutel,
Kehricht
- Speisefette/-öle (Wertstoffhof,
Vohenstraußer Straße 12)
|
 |
| Wie und wo kompostieren? |
| Komposthaufen / offener Komposter |
Thermokomposter |
| - |
Auf natürlichem, gelockertem Boden im Schatten
anlegen, nicht in einer Mulde anlegen, auf gute Belüftung achten. |
- |
Auch auf gelockertem Boden aufstellen, aber an einem
sonnigen Platz, von Frühjahr bis Herbst Belüftung öffnen,
frische Erde oder Kompost als Starter dazugeben. |
| - |
Materialien gut mischen, auch größere Abfälle. (Zweige,
Häcksel, Rosenschnitt) dazugeben. |
- |
Auf gute Mischung der Materialien achten, nicht zu viel feines (meist
sehr nasses) Material dazugeben. |
| - |
Trockene und feuchte Abfälle vermischen. |
- |
Auf Sauerstoffzufuhr achten, ab und zu das Material im Behälter
auflockern. |
| - |
Bei langer Trockenheit Komposthaufen ab und zu gießen, evtl.
mit Oberboden abdecken und bepflanzen! |
- |
Inhalt nicht zu feucht, aber auch nicht zu trocken werden lassen,
normale Bodenfeuchtigkeit genügt. |
| - |
Nicht zu viel Rasenschnitt auf einmal aufsetzen, evtl. vorher trocknen,
mit Erde mischen. |
- |
Geringe Mengen fertigen Kompost aus seitlichen Schieber entnehmen. |
| - |
Kompost 1 - 2 mal umsetzen (Herbst/Frühjahr) |
- |
Bei Entnahme von größeren Mengen, z. B. beim Umsetzen,
Zylinder anheben. |
| - |
Nach dem Umsetzen einen zweiten Komposthaufen für Frischmaterialien
ansetzen. |
|
|
Kompost - Zuschlagstoffe?
Das Impfen mit reifem Kompost fördert den Rotteprozess. Kalk fördert
ebenfalls den Verrottungsvorgang und mindert die Geruchsbildung (ca. 1kg/m³
Kompost). Andere Zuschlagstoffe sind nicht notwendig.
| Problem |
Maßnahmen |
|
| Sickerwasser |
Kompost vor Niederschlag schützen |
|
| Nasser Kompost |
Wasserhaltige, krautige Abfälle mit trockenem
Material mischen; Kompost abdecken, auf Verdunstungsmöglichkeit
im Behälter achten; Selbsterhitzung des Komposts fördern |
 |
| Trockener Kompost |
Kompost umsetzen und dabei anfeuchten bzw. feuchte
Abfälle zumischen |
| Unangenehmer Geruch |
Krautige Abfälle mit ausreichend Strukturmaterial
mischen; Kompost mit Erde abdecken |
|
| Kalter Kompost |
Kompost umsetzen und im Verhältnis 1:1 frischen
Grassschnitt zumischen |
|
| Unkraut |
Samengetragenes Unkraut und Wurzelkraut nicht kompostieren;
Kompost abdecken, Selbsterhitzung des Kompost fördern |
|
| Ratten |
Keine Essenreste kompostieren; allseitig geschlossene
Behälter verwenden |
|
| Fliegen |
Küchenabfälle mit Erde abdecken oder in tiefere
Kompostlagen einmischen |
 |
| Krankheitskeime |
Kein befallenes Pflanzenmaterial, keine möglicherweise
kontaminierten Nahrungsmittelreste, keine Kleintierstreu kompostieren |
| Wann ist der Kompost fertig |
Anwendungsempfehlungen |
| - |
Die Kompostierung ist ein biologischer Vorgang. Kleinstlebewesen
und Mikroorganismen bewirken die Umwandlung der Abfälle. |
Grundsätzlich kann Kompost im ganzen Garten ausgebracht
werden. |
| - |
Die Aktivität der Organismen und damit die Dauer der Rotte
sind von Temperatur und Feuchte, Menge und Art der kompostierten Materialien
abhängig. |
- |
Gemüsebeete, Kartoffeln, Kohl, Lauch, Fruchtgemüse
wie Tomate, Gurke u. a. 4 - 6 l Kompost/m² und Jahr |
| - |
Grundsätzlich sollte Kompost nicht zu lange lagern, da sonst
Nährstoffverluste entstehen. |
- |
Möhren, Zwiebeln, Salat, Spinat, Rote Beete, Rettich, Sellerie,
2 - 3l Kompost/m² und Jahr |
| |
 |
- |
 |
| - |
Frischkompost (je nach Ausgangsmaterial) kann bereits nach
3 - 4 Wochen als Mulch ausgebracht werden. |
- |
Bohnen, Erbsen, Kräuterl,
1 - 2 l Kompost/m² und Jahr |
| - |
Reifen Kompost erhält man nach ca.
ein bis zwei Jahren. Er richt angenehm erdig und ist im Gegenteil
zu frischem Kompost zum Einarbeiten und für empflindliche Pflanzen
geeignet. |
- |
Obstbäume, Sträucher, Ziergehölze, Erdbeeren,
1 - 3l Kompost/m² und Jahr |
| |
 |
- |
Rasenflächen, 1 - 2l Kompost/m² und Jahr |
| |
- |
Zierpflanzen, Balkonblumen,
Mischungsverh.
Kompost : Erde = 1 : 3 bis 1 : 4 |
| |
- |
Neuanlagen bis 15 l Kompost/m² und Jahr |
| |
- |
Pflanzen von Sträuchern
und Bäumen,
Mischungsverh.
Kompost : Erde = 1 : 4 |
| |
Gras und Laub, unmittelbar als Mulchschicht ausgebracht
(5 - 10 cm hoch), ist platz- und arbeitssparender als die Kompostierung |
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Stadtgärtnerei Tel.: 09
61 / 3 90 19 - 31.
|