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Soziales
 STÄRKEN vor Ort
 Umsetzung 2009

Umsetzung 2009

Mikroprojekt "Demokratie stärken am Stockerhut"
Das Projekt verfolgt v. a. folgende Ziele: Unterstützung benachteiligter Jugendlicher bei der Entwicklung sozialer Schlüsselkompetenzen, Förderung der demokratischen Bildung und einer differenzierten Meinungsbildung. Das niedrig schwellige Angebot soll die Jugendlichen zur Teilhabe und Teilnahme an der Gestaltung ihres unmittelbaren Lebensumfelds im Stadtteil befähigen und ermutigen. Die Jugendlichen sollen dort abgeholt werden, wo sie sich freiwillig/unfreiwillig im Ortsteil aufhalten: Schulen, Jugendzentrum, Vereine, rund um den Stockerhutpark. Der Zugang erfolgt über bereits bestehende persönliche Kontakte und die Werbung mittels Plakaten und Flyern. Instrumente: Mittel der Umsetzung sind Erstellung eines Tonträgers, das Musizieren in der Gruppe, Filmvorführungen sowie adressaten- und zielgruppengemäße Info-Veranstaltungen.

Das Projekt ist dreiteilig:
(1) Erstellung und Verbreitung einer "Schulhof-CD" in Anlehnung an das Beispiel der Aktion "Starke Stimmen gegen Rechts". Die Jugendlichen erhalten Einblick in die Aufgaben von Mediengestaltern. Sie werden aktiv an der Auswahl der Musikgruppen und der technischen Erstellung der CD bis hin zur Gestaltung des Covers beteiligt. Die CD soll Jugendliche auf die Machenschaften rechtsextremer Gruppierungen zur Mitgliedergewinnung aufmerksam machen. In der Region bekannte Musikgruppen werden zum Mitwirken eingeladen und erhalten eine Plattform, um ihre eigene demokratische Einstellung zu zeigen. Dies soll junge Menschen anregen, selbst Stellung zu beziehen. Insgesamt sollen 1.000 Exemplare angefertigt und im Stockerhut verteilt werden. Anzahl der Treffen 1-2mal pro Monat.
(2) Aufbau einer Percussionsgruppe: Über von Jugendlichen überlicherweise im Stadtteil aufgesuchte Orte (JuZ, Schulen, öffentliche Plätze) sollen junge Menschen angesprochen und zum Mitmachen in der Percussionsgruppe gewonnen werden. Neben der Aneignung musikalischer Fähigkeiten sollen besonders gefördert werden: Teamfähigkeit, Stärkung des Selbstwertgefühls, Kommunikationsfähigkeit. Die erworbenen Fähigkeiten können die Jugendlichen u. a. im Rahmen von Aktivitäten von "Weiden ist bunt" (Bündnis gegen Rechts) unter Beweis stellen. Anzahl der Treffen: zuerst 1mal pro Woche (für einen Monat), dann 14tägig.
(3) Durchführung von Veranstaltungen zur Aktivierung der Jugendlichen, ihrer Eltern und Lehrer in Form von 2 Filmabenden sowie 2 Info-Veranstaltungen zum Thema Rechtsextremismus und Umgang mit diesem.

Träger: Arbeit und Leben Bayern gGmbH
Laufzeit: 15.07. - 31.12.2009

Mikroprojekt "Ayshe"
Mit dem Projekt Ayshe soll eine Anlauf- und Informationsstelle v. a. für muslimische Frauen und Mädchen geschaffen werden. Die z. T. aus sehr konservativen Familien stammenden Frauen und Mädchen haben mit unterschiedlichen Problemen zu kämpfen: Mangelnde Sprachkenntnisse, mangelnde Kenntnisse im rechtlichen und gesellschaftlichen Bereich führen zu deutlicher Benachteiligung im sozialen und wirtschaftlichen Bereich. Erschwerend kommt hinzu, dass die Frauen vor allem bei Problemen im privaten Bereich (z. B. körperliche oder seelische Misshandlung) sich nicht trauen, die entsprechenden Behörden oder Einrichtungen aufzusuchen. In einem ersten Schritt soll der Kontakt mit verschiedenen Einrichtungen (z. B. Frauenhaus, VHS, Ausländerbehörde, Arbeitsagentur, Migrationsberatungsstellen) aufgenommen werden. Die daraus entstehenden Kooperationen dienen dem Informationsaustausch ebenso wie der unbürokratischen Vermittlung von Ratsuchenden an entsprechende Fachstellen. Parallel dazu sollen jedoch auch erste Beratungen statt finden, v. a. in folgenden Bereichen: Hilfen bei Sprachproblemen, Hilfen bei Behörden- und Ämtergängen, Beratung bei Erziehungs- und Familienbelangen, Unterstützung bei Arbeitsbelangen, Hinweise zu finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten. Ein Ziel der Anlaufstelle ist es, v. a muslimische Frauen zu einer stärkeren Teilnahme am gesellschaftlichen Leben außerhalb der eigenen Familie zu ermutigen. Sie sollen über ihre Rechte und Möglichkeiten in Deutschland aufgeklärt und bei der Entwicklung von Eigenständigkeit und Eigenverantwortung unterstützt werden. Für das Projekt werden Räumlichkeiten angemietet, um ein passendes Umfeld für die Gespräche herzustellen. Die Personalplanung sieht einen Berater und eine Beraterin vor, die den Hilfesuchenden an drei Tagen pro Woche für jeweils 8 Stunden zur Verfügung stehen. Allen Frauen wird die Möglichkeit einer anonymen Beratung gegeben. Die beiden Berater verpflichten sich auf Wunsch der Frauen und Mädchen zur Verschwiegenheit gegenüber Außenstehenden oder Familienangehörigen. Für Notsituationen wird ihnen zusätzlich eine telefonische Hotline angeboten. Um den Frauen und Mädchen den Zugang zur Beratung zu erleichtern, sind beide Berater mit dem Islam und seinen Traditionen vertraut. Durch die fremd- bzw. türkischsprachigen Berater soll verhindert werden, dass auch hier die Sprache zum Problem wird. Gleichzeitig kann damit eher eine Vertrauensbasis hergestellt werden.

Träger: HD Ermittlungsagentur
Laufzeit: 06.07.–31.12.2009

Mikroprojekt "Kreativ ins Leben starten"
Dieser Mal- und Zeichenkurs soll der Unterstützung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund ab 14 Jahren dienen. Es wird darauf geachtet, auch Jugendliche mit einem anderen als russischsprachigen Migrationshintergrund zu gewinnen. Er soll das Gefühl der gleichwertigen Teilhabe der Jugendlichen am Bildungs- und Freizeitangebot stärken und somit vor allem zur sozialen Integration der Betroffenen beitragen. Die Erfahrungsbereich "Menschen als Gestalter ihrer Welt" sowie "Ich und meine Mitmenschen" liefern den künstlerischen Inhalt der beiden Kurse. Im Verlauf des Projektes sollen sich die Jugendlichen vor allem grundlegende praktische und handwerkliche Fähigkeiten aneignen: selbständiges Planen von Arbeitsabläufen, Ideen sammeln, Anwendung unterschiedlicher künstlerischer Techniken. Hinzu kommen grundlegende EDV-Kenntnisse bei der Gestaltung einer CD zur Projektdokumentation. Geplant ist die Umsetzung mit 2 Gruppen, die sich regelmäßig 2x pro Woche jeweils für 2 Stunden (insgesamt 16 Stunden pro Monat). Neben der eigenen künstlerischen Arbeit soll das Sehverhalten der Teilnehmer durch den Besuch von Ausstellungen sowie in der Natur geschult werden. Sie sollen andere künstlerisch tätige Menschen kennen lernen und über die oben genannten Erfahrungsbereiche, Zugang zur Geschichte und Entwicklung der Heimatstadt finden. Als Ziele werden erwartet: Entwicklung und Förderung der Selbständigkeit der Jugendlichen, Eigen- und Mitverantwortung sowie positive Erfahrungen bei Partner- oder Teamarbeit. Die Wertschätzung der Umwelt für diese Jugendlichen soll durch das Ausstellen der entstandenen Kunstwerke unterstützt werden, ebenso die Anerkennung in der eigenen Familie. Die Ausstellungen sollen von den Jugendlichen selbst geplant und gestaltet werden. Im Hinblick auf die Beschäftigungsfähigkeit der Jugendlichen dient dieses Projekt vor allem der Unterstützung und Entwicklung sozialer und beruflicher Schlüsselkompetenzen wie Hilfsbereitschaft, Teamfähigkeit, Gewissenhaftigkeit in der Arbeitsausführung, Pünktlichkeit und Ausdauer. Das Projekt soll die Lebensqualität der Jugendlichen und damit ihre schulischen und beruflichen Chancen verbessern.

Träger: Neue Zeiten e. V.
Laufzeit: 01.09.–23.12.2009

Mikroprojekt "Theaterworkshop: Innen und Außen"
Mit dem Projekt sollen vor allem Jugendliche angesprochen werden, die durch klassische Angebote der Berufsorientierung und des Kompetenzerwerbs nicht erreicht bzw. nicht angesprochen werden. In diesem Projekt geht es darum, Jugendlichen ab 14 Jahren die Möglichkeit zu geben, Theater mit all seinen Facetten kennen zu lernen. Straßentheater, Performance, Musical, Improvisationstheater und Körpertheater spiegeln nur einige Möglichkeiten wider. Die Jugendlichen probieren sich in verschiedenen Bereichen aus: Sie sollen sich trauen, ihre Fähigkeiten zu zeigen, Lust bekommen, Neues auszuprobieren und dabei neue Talente in sich entdecken. Die Möglichkeiten sind breit gefächert: ein Stück entwickeln und schreiben, organisieren, Musik machen, Marketingstrategien entwickeln. Die Jugendlichen können sich im handwerklichen (Bühnenbild, Requisite, Kostüme) und technischen Bereich (Ton, Licht, Musik, Bildprojektion) ausprobieren. Die Theaterarbeit dient so der Berufsorientierung auf vielfältige Weise. Theater bietet darüber hinaus die Möglichkeit, spielerisch vorhandene Lebenswirklichkeiten zu be- und hinterfragen, es dient der Selbstfindung und der Stärkung des Selbstwertes: Wie kann ich wissen, was ich will, wenn ich nicht weiß, wer ich bin? Beim Theaterspielen entstehen durch Interaktion soziale und kreative Gruppen, die über die persönliche Rollenerfahrung hinaus ein großes Potential zur Entwicklung sozialer Kompetenzen bieten. Ein Stück entsteht und ist so einzigartig und einmalig wie die Gruppe, die es entstehen lässt. Jeder Einzelne kann die Rolle oder Tätigkeit finden, die zu ihm passt und seiner Selbstfindung dient, wenn es manchmal auch etwas länger dauert. Es braucht oft Zeit und Geduld, die Dinge wachsen zu lassen. Manchmal braucht es Konflikte, Tränen und Angst. Wichtig dabei ist, immer wieder zu reflektieren und den Problemen, Gefühlen und Wünschen einen Namen zu geben. Die so genannten "Soft skills" sind im Alltag, in der Ausbildung und im Beruf von großer Bedeutung für das Funktionieren von Gemeinschaften. Im Juli/August sollen die Teilnehmer für die Workshops aktiviert werden. Von Sept. bis Dez. sollen drei Workshops zu je 4 Einheiten (à 3 Stunden) statt finden. Das Ende jedes Workshops soll eine kleine Aufführung (ca. 10-15 Min.) markieren. Aus den einzelnen Workshops soll sich am Ende des Projekts eine feste Gruppe bilden, mit der 2010 ein größeres Theaterprojekt gestartet werden soll. Fotos und ein Film werden Teil der Dokumentation sein.

Träger: Jugendzentrum Weiden
Laufzeit: 15.07.–31.12.2009

Mikroprojekt "Selbstverteidigung für Mädchen mit Ju Jutsu"
Inhalt: Selbstverteidigung mit Ju Jutsu für Mädchen im Alter von 14 bis 16 Jahren, die z. B. Defizite im Selbstwertgefühl haben, aber auch für Mädchen mit erhöhtem Aggressionspotential. Die Schülerinnen lernen, sich in Gefahrensituationen richtig zu verhalten und zu verteidigen. Damit verbunden sind die Stärkung der Ich-Kompetenz und des Selbstwertgefühls sowie die Nutzung der eigenen körperlichen Stärken. Ziel ist auch, dass die Heranwachsenden erkennen, wann und wie sie ihre Kraft sinnvoll und zweckmäßig einsetzen können. Weiterer Bestandteil ist das verbale Lösen von Konflikten bevor es zu Handgreiflichkeiten kommt.
Ablauf/Umsetzung: Der Trainer (3. Dan in Ju Jutsu, geprüfter Gewaltpräventionstrainer) wird an vierzehn Nachmittagen à 1,5 Stunden in der Turnhalle der Schule für eine Gruppe von etwa 20 Mädchen einen Selbstverteidigungskurs durchführen. Hierbei werden auch Schülerinnen mit Migrationshintergrund eingebunden und so integriert. Der Anteil an Schülerinnen mit Migrationshintergrund soll bei mindestens 8 Teilnehmerinnen liegen.
Ziele: Typische "Opferkinder" werden in die Lage versetzt, über den Sport Selbstsicherheit zu gewinnen und sich gegen Mobbingattacken und körperliche Angriffe angemessen zur Wehr zu setzen. Besonderen Wert legt der Kursleiter auf die Frage: Wann ist Selbstverteidigung angemessen und notwendig? vermittelt werden einfache Techniken, die dem Selbstschutz dienen. Die Mädchen lernen ihre eigenen Grenzen kennen und können sich dadurch besser einschätzen. Durch ein freundschaftlich-sportliches Miteinander können so auch zwischen den Mädchen neue und positive Kontakte geknüpft werden. Der Aufbau von Selbstbewusstsein, das Erkennen eigener Grenzen und die Kommunikationsfähigkeit sind für das weitere Leben der Mädchen wichtig: Es hilft ihnen bei Entscheidungsfindungen, bei Bewerbungen und auch bei der Berufswahl. Der Zugang zu den Teilnehmerinnen erfolgt in der Schule über die Jugendsozialarbeit und die Lehrerschaft. Nach dem Kurs werden die Teilnehmerinnen in Form von Plakaten/Collagen die an sich selbst bemerkten Veränderungen darstellen. Außerdem wird ein Bericht für die hauseigenen Schülerzeitung verfasst.

Träger: Pestalozzischule Weiden
Laufzeit: 21.09.–18.12.2009

Mikroprojekt "Stärken der Frauen vor Ort"
Seit 1983 beschäftigt sich die GFB in Weiden mit der Förderung von benachteiligten Jugendlichen und Erwachsenen mit multiplen Schwierigkeiten, v. a. im Bereich der beruflichen Integration. Um adäquate Hilfsangebote für die Frauen im Stockerhut (18-65 Jahre) mit ihnen und für sie zu gestalten, möchten wir eine Bedarfsanalyse mittels Betroffenenbefragung durchführen. Dies erfordert die Kooperation mit allen im Stadtteil aktiven Trägern von Hilfsangeboten, z. B. Die Initiative e.V., die Schulen, Kirchen und Glaubensgemeinschaften, die bereits seit Jahren gute Arbeit vor Ort leisten. Wir wollen Stärken und Bedürfnisse von Frauen in ihrem Umfeld erfassen. Die daraus erwachsenden Erkenntnisse wollen wir den Partnern vor Ort sowie der Stadt, der Arbeitsagentur, der ARGE usw. zur Verfügung stellen, damit passgenaue Angebote gestaltet werden können. Inhalt der Bedarfsanalyse/Betroffenenbefragung: Eckdatenerhebung zur Lebenssituation, persönlicher Verantwortungsbereich, persönliche Erfahrungen vor Ort, Bedürfnisse vor Ort, Ideen zur Integration in Beruf und Umfeld, Mitwirkungsbereitschaft an Stadtteilmaßnahmen an Beispielen, Mitwirkungsbereitschaft an Bildungsmaßnahmen mit Beispielen. Umsetzung: Kooperation der Mitarbeiter mit Akteuren vor Ort, Entwicklung und Abstimmung des Fragebogens, persönliche Befragung der Stadtteilbewohnerinnen durch Mitarbeiter, Gewinnung und Anleitung von Ehrenamtlichen zur Mitwirkung bei der Befragung. Instrumente: Fragebögen und Befragung in 4 Sprachen: Deutsch, Russisch, Türkisch, Englisch. Interviews durch Mitarbeiterinnen und ehrenamtlich tätige Stadtteilbewohnerinnen. Ergebnisse: Zusammenfassung aus der Sicht der im Stadtteil lebenden Frauen: Persönliche Prämisse und Stärken vor Ort, Bedürfnisse vor Ort, Mitwirkungsbereitschaft vor Ort. Die Analyse soll als Grundlage für adäquate Frauenförderangebote im Stadtteil dienen, die den Akteuren vor Ort, den Kooperationspartnern und Interessierten zur Verfügung gestellt werden soll. Am Projektende sollen die Ergebnisse in einer Veranstaltung den Frauen, die sich an der Befragung beteiligt haben, vorgestellt werden. Zugang zu den Bewohnerinnen: Kooperation mit den Akteuren vor Ort, Anbindung an Veranstaltungen, Gewinnung von Betroffenen als Multiplikatoren sowie ehrenamtliche Gesprächspartnerinnen, Haus- und Spontanbefragungen, persönliche Ansprache, Informationsflyer.

Träger: Gesellschaft für berufliche Bildung
Laufzeit: 05.10.–31.12.2009

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